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Mittwoch, 3. Februar 2016

The Spectator: Ich lasse meinen Worten Taten folgen und wette gegen den Klimawandel




Ich habe in einen Fond investiert, der gegen überbewertete Aktien für erneuerbare Energien wettet. Von James Delingpole, 30. Januar 2016.


"Da der Ölpreis demnächst kollabiert, ist es da an der Zeit die Solaraktien zu shorten? Mein Gott ich wünschte, ich hätte diese Schlagzeile vor einem Jahr gelesen. Die Solaraktie, deren Ende sie im Januar 2015 prophezeiht haben sackte seitdem von 19 Dollar auf 2,65 Dollar ab.

Ja, Klugheit im Nachhinein ist manchmal eine tolle Angelegenheit. Was aber, wenn es eine Nische auf den Märkten gäbe bei der offensichtlich ist, dass sie grotesk überbewertet ist als Resultat aus Ignoranz, Unehrlichkeit und falscher Sentimentalität? Man wäre verrückt nicht dagegen zu wetten, oder? Es wäre kein Glücksspiel: Eher die Anwendung von gesundem Menschenverstand.

So denke ich schon seit einiger Zeit über die Klimawandelindustrie. Sehr oft kommt es vor, dass ich darüber geschockt bin, wie viel mehr ich weiß als die Experten, wenn ich deren Kommentare zum Thema lese. Ihre Ansichten - und die von Financiers und Großunternehmen - basieren ausnahmslos auf der Annahme, dass der menschengemachte Klimawandel real ist, dass die Erneuerbaren eine funktionsfähige Alternative zu fossilen Energieträgern sind, dass an den Klimadaten nicht herumgedoktert wurde und so weiter. Was aber, wenn all diese Vorbedingungen falsch sind?

Nun, hier kommt mein neuer Hedge Fond ins Spiel. Wenn ich "mein" Hedge Fond sage, dann meine ich das Start-Up, an das ich im Internet gerade etwas "gespendet" habe. Eine Aktie des Unternehmens hat mich 75 Dollar gekostet und sie wird mich wahrscheinlich nicht reich machen. Es geht mir hier eher umss Prinzip. Dies ist so weit mir bekannt ist das erste Investitionsvehikel, das explizit gegen den "Klimawandelkonsens" wettet. Und es ist an der Zeit, dass die guten Jungs diesem abgekarteten Marktbluff etwas entgegensetzen.

Bis heute haben die bösen Jungs alles bestimmt. Die Klimawandelindustrie ist jährlich etwa so viel wert wie die Online-Shopping Industrie: 1,5 Billionen Dollar. Wo aber das eine wertvolle Dienste vollbringt und den Leuten mehr von dem gibt was sie wollen und das billiger und effizienter, macht das andere das exakte Gegenteil.

Es ist ein reines Ärgernis, eine Form des staatlich geförderten organisierten Verbrechens. Hätte jemand die Wahl, dann würde - abgesehen von seltsamen, bärtigen Enthusiasten - niemand auch nur einen Cent ihres Einkommens in Windturbinen, Solarzellen, Forschungsbudgets für dubiose Klimawissenschaftsprojekte, örtliche Nachhhaltigkeitsbeamte usw. investieren.

Der Klimawandel ist eine potemkinsche Industrie; er ist das Aushängeschild des mafiösen Kapitalismus - und völlig abhängig in seiner Existenz von Gefälligkeiten für Subventionsjäger durch die politische Klasse. Warren buffet meinte dazu: "Wir bekommen Steuererleichterungen, wenn wir Windparks bauen. Das ist der einzige Grund sie zu bauen."

Während des Booms des Schreckgespenstes wurden drei Hauptgründe genannt, die diesen unglaublichen Betrug rechtfertigen sollten. Erstens, dass die Welt sich offenbar stärker erwärmt als je zuvor und das in zu einer katastrophalen Geschwindigkeit aufgrund der anthropogenen CO2 Emissionen. Zweitens, dass fossile Energien sowieso ersetzt werden müssen und es deshalb Sinn macht zukünftigen Generationen Alternativen zu bieten. Drittens - und mehr dazu in einem anderen Beitrag - dass es da ein Phänomen gibt namens "Ozeanversauerung", Kohlendioxid also offenbar das Leben in unseren Meeren abtötet.

Nicht eines dieser Argumente ist heute noch relevant. Es gab seit 1998 keine Erwärmung mehr (was alle Computermodelle die anderes prognostizierten zu Nonsens macht). Die Ölschwemme hat gezeigt, dass uns fossile Energieträger demnächst noch nicht ausgehen werden. Und die Ozeanversauerung scheint nur ein weiteres alarmistisches wissenschaftliches Blödsinnsmem zu sein. Dies bedeutet, dass wir eine globale 1,5 Billionen Dollar Industrie begründet haben, die auf fadenscheinigen Annahmen beruht: Dass das harmlose Spurengas namens Kohlendioxid eine Schreckenssubstanz sei, die aus der Welt reguliert werden muss.

Wenn CO2 keine Gefahr ist - und es ist keine - dann hat dies enorme Folgen. Zum einen bedeutet es, dass alle (stark CO2-zentrierten) Computermodelle, die sagen, was im Klima als nächstes passiert völlig nutzlos sind. Zum anderen bedeutet es, dass die Steuerzahler zunehmend ungeduldiger werden mit den Ökosteuern, -regulierungen und -subventionen, die ein Problem bearbeiten sollen bei dem jeder sieht, dass es keine reale Basis hat. Währenddessen verbrennen "sich entwickelnde" Länder wie China und Indien fossile Energieträger als gäbe es kein Morgen.

Wie also müsste man als gewiefter Investor vorgehen, um davon zu profitieren? Nun, ich bin selbst nicht qualifiziert genug für Empfehlungen. Aber hier ist die Strategie des Fonds, wie ich sie verstehe.

Ein Teil des Geldes wird "long" in unterbewertete Ölaktien gehen und gleichzeitig wird "short" gegangen in überbewerte Aktien für Erneuerbare Energien, deren Preis - jedenfalls theoretisch - fallen sollten wie ein Stein, sobald die Subventionen gestrichen werden. Das Schicksal von Solyndra - der US Firma, die von Obama mit 500 Millionen Dollar gefördert wurde und dann kollabierte - ist ein ermunterndes Beispiel. Wie übrigens auch das des spanischen Äquivalents, Abengoa.

Ein weiterer, etwas komplexerer Teil wird darin bestehen, Schadensersatz zu fordern durch Klagen gegen politische Fehlentscheidungen. Angenommen, ein Gemeinderat hat - auf der Basis einer beweisbar falschen wissenschaftlichen Annahme - verboten, einen Küstenstreifen zur Bebauung zu nutzen aufgrund des steigenden Meeresspiegels. Nun, da wären sicher eine Menge versteckter Werte zu heben, wenn ein Gericht die Entscheidung des Gemeinderates überstimmt.

Zuguterletzt gibt es noch die globale Abkühlung. Falls, wie die Experten von Cool Futures Funds glauben, wir eine Periode geringer Sonnenaktivität vergleichbar mit der kleinen Eiszeit erleben werden, dann steht uns eine Menge Ärger ins Haus: Es wird alles beeinflussen von der Höhe, ab der Weizen angebaut werden kann bis hin zu den Orten, an denen wir gerne Urlaub machen. Aber es würden sich inmitten der Trübsal natürlich einige Gelegenheiten eröffnen: Ackerland wird wertvoller; Landkäufe in moderat temperierten Gegenden werden lukrativ; die Ackerbautechnologie wird wichtiger werden; und so weiter.

Alles in allem mag es als spektakulärer Reinfall enden, wie es bei so vielen Hedge Fonds der Fall ist. Aber sollte das ganze erfolgreich sein, dann wird es als außerordentlicher Triumpf enden für den kleinen Mann und nicht zu vergessen der ehrlichen Wissenschaft und der freien Märkte über die dunklen Kräfte eines Enron-mäßigen Postkapitalismus. Schaut euch ihre Webseite an und urteilt selbst darüber - sie sind zu finden unter www.coolfuturesfundsmanagement.com.



Im Original: I’m putting my money where my mouth is and betting against climate change

Kommentare:

  1. Sehr schön!

    Der Schönheitsfehler ist das komplette Kollabieren von Papierwerten. Dann ist nämlich die erfolgreich Wette hinfällig.

    Nur Silber und Gold überdauern die weltweite Falschspielerei: www.bot.li/Vermoegen

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  2. Nun, es ist eben kein Heilmittel, sondern deckt einen Teil des Szenarienspektrums ab.

    Die Macher gehen einfach davon aus, dass der Übergang nicht aprupt kommt, sondern halbwegs geregelt und dabei zumindest das (verbriefte Eigentums-)Recht erhalten bleibt. So lange dem so ist - und in den meisten englisch geprägten Ländern (gibt da einige von) ist das sehr gut etabliert - werden auch verbriefte Papierinvestitionen erhalten bleiben.

    Unterm Stich würde ich sagen: Wer gut diversifiziert, der sollte ein paar Anteile davon im Portfolio halten.

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